Donnerstag, 15. März 2012

Die Strände im Nationalpark Cape Le Grand / the beaches at nationalpark Cape Le Grand

Hey Ihr Lieben,

ich fühl mich heute nicht besonders fit und fall gleich ins Bett (ist kurz vor 10 Uhr Abends). Und ich habs mir deshalb heute mal ziemlich einfach gemacht, und keine enge Auswahl an Bildern getroffen sondern einfach meine "Best Of"s hochgeladen (Ich mach immer eine Best-Of-Auswahl von allen Bildern und wähl dann daraus die Bilder aus, die ich hier reinstelle).

Nach der Bootsfahrt am Samstag habe ich am Sonntag ein Auto ausgeliehen und bin zum ersten Mal auf der linken Seite der Straße gefahren. Mein Gehirn hat mir immer "ACHTUNG" signalisiert und ist damit anfangs nicht so richtig zurechtgekommen ... :) Es hat eine Weile gedauert, bis ich nicht mehr nach links gegriffen habe um mich anzuschnallen und anstatt des Blinkers ging ziemlich oft der Scheibenwischer an :D. Aber nach einem Weilchen gings ganz gut und ich hab die 50 Kilometer Autofahrt zum Cape Le Grande Nationalpark richtig genossen. Mann, ich bin so lang nicht mehr Auto gefahren, das war einfach großartig!!! :)

Auf den Bildern seht ihr also, was ich so gesehen hab, inklusive meinem Auto :). Der erste Strand ist der Hellfire Beach und ist definitiv der schönste Strand, den ich bisher gesehen hab. Dann gings zu einem kleinen Geocaching-Abstecher zum Little Hellfire und anschließend zum Lucky Beach. Und wie ich so die Straße langdüs seh ich es plötzlich: Mein erstes Kanguruh!!! :D Es stand am Straßenrand und war so braun, wie der australische Boden und fast hätte ich es nicht gesehen. Und dann, am Lucky Beach, da waren sie!!! :) Ich hatte vorher von so vielen gehört, dass es an diesem Strand Kanguruhs gibt, und so war es auch. Jaa, ihr werdet ganz viele Fotos von ihnen hier sehen (SCHMIDTI!) :). Ich hab dann noch nen zweiten Geocaching-Abstecher gemacht und eine der schönsten Küstenlandschaften gesehen. Hat mich ein bisschen an Korsika erinnert.

Also, habt viel Spaß beim Fotos anschauen!

Cheers, Marina

























































































































Samstag, 10. März 2012

Bilder

Hab grad entdeckt, wenn man auf die Bilder klickt dann werden sie in einem extra Fenster vergrößert dargestellt. Einmal ins Bild reinklicken und das nächste Bild erscheint. Ist vielleicht für die Tierbilder ganz hilfreich ... :)

Just found out: When you double click on one of the pictures they open in a bigger size in a new window. On click in the picture and the next picture occurs. Might be quite useful for the photos of the animals ... :)

Wochenende in Esperance - Bootstour nach Woody Island

Hallo aus der Jungendherberge in Esperance. Es ist mittlerweile kurz nach neun Uhr Abends und ich bin ziemlich geschafft vom heutigen Tag: Zuviel Sonne tut nicht gut :(. Mein Hirn hämmert leise aber beharrlich gegen meinen Hinterkopf und ein kleiner Einsamkeitsfaktor hat sich noch dazu geschlichen. Sehr wahrscheinlich war die heutige Bootstour einfach zu schön, da möchte man so gern teilen ... Und das mach ich jetzt auch :). Also hergeschaut, hier sind ein paar Bilder vom Ausflug nach Woody Island - tatsächlich die einzig wirklich bewaldete Insel, die ich heute gesehen hab :).

Cheers from the backpackers in Esperance. It is quarter past nine in the evening and I'm quite tired. Too much sun definitely doesn't good :(. My brain is silently but constantly knocking against my backhead and I am also feeling a bit lonely right now. Very probably todays boat cruise was just too stunning so sharing it with somebody would be great ... Well, that's what I'm doing now :). So have a look, here are some pictures of the trip to Woody Island - indeed the only island with a real forest on it I've seen today :).


Im kleinen Industriehafen von Esperance wird Nickel verladen.

In the small industrial harbour of Esperance Nickel is loaded.


Zwei Bootsmänner inspezieren ihr Schiff.

Two boatsmen inspecting their ship.


Das ist das längste Boot, das ich je gesehen hab. Was auf dem Bild nicht rüberkommt: Es ist auch unglaublich breit ... Es transportiert Nickel nach China

This is the largest boat I've ever seen. The picture doesn't really shot that it is also incredible wide ... It is transporting Nickel to China.


Einer der zahlreichen, langen Wellenbrecher im Hafen.

One of many long jettys in the harbour.


Ein toller Tag für eine Bootstour :)

A great day to do a boat trip :)


Esperance ist berühmt für die Granitfelsen. Felsenfischen ist beliebt, allerdings muss man unbedingt aufpassen, dass man auf dem glitschigen Steinen nicht ausrutscht; das Wasser spritzt manchmal meterhoch ... Für Angler gibt es tatsächlich besondere Vorrichtungen, an die sie sich anleinen können, damit sie nicht ins Wasser fallen.

Esperance is famous for its' granite rocks. Rock fishing popular, but you have to be careful not to slip on the slippery stones; the water is sometimes shooting metres high ... There is indeed a special device for fishing men to fix themselves to so they won't fall into the water.


Das ist noch an der Küste ...

This still is on the coastline ...


... und das ist eine der Inseln. Früher wurden Schafe zum Weiden hierher verschifft, die Natur hat sich davon nur zum Teil erholt.

... and this is one of the islands. In former days sheeps where shipped here to graze. Nature only partly recovered from this.


Das Meer hat den Felsen glatt geschliffen.

The rock is grinded down by the sea.


Zahlreiche kleinere ...

Many smaller ...


... und größere Felsen brechen die Wellen.

... bigger rocks are breaking the waves.


Zwei Seerobben sonnen sich auf einem Felsen :)

Two seals are enjoying the sun on a rock :)


Auf einem anderen Felsen bevorzugt eine andere Robbe eine kurze Abkühlung ...

On another rock another seal prefers a short cooling ...


... während sich diese hier lieber in eine schattige Höhle verzieht.

... whilst this one rather scarps into a shadily cave.


Dieser australische Seelöwe schien etwas aufgeregt über unseren Besuch.

This australian sea lion seemed to be a bit nervous about our visit.


Diese beiden Seeadler sind das Boot dagegen gewohnt.

These two sea hawks however are used to the boat.


Und zwar vor allem wegen diesem hier: Der Skipper winkt mit dem tiefgefrorenen Fisch und wirft ihn dann ins Wasser.

Because of this little fellow: The skipper waves with the deep-frozen fish and then throws it into the water.


Der Seeadler wartet nicht lange ...

The sea hawk doesn't wait long ...


... und hat ihn auch schon geschnappt.

... and already catched it.


Ankunft an Woody Island.

Arrival at Woody Island.


Zaungäste ... ;)

onlookers ... ;)


In der schönen Holzlodge warten Kaffe, Tee und selbstgebackene Skones auf uns - Yammi :)

Coffee, tea and selfmade skones are waiting for us in the beautiful wooden lodge - yammi :)


Und auch ein paar andere Gäste werden hier verpflegt ...

Some other guests are also getting feed here ...


... und gucken trotzdem neugierig auf unsere Teller :)

... and nevertheless are looking curiously on our plates, too :)


Unser Boot am Steg. Während unserer Pause konnten wir entweder eine geführte Tour über die Insel machen oder schnorcheln gehen. Zwei Backpacker im Hostel, die die Bootsfahrt tags zuvor gemacht hatten, rieten mir zum schnorcheln. Die Ausrüstung wurde gestellt und los gings ...

Our boat at the pier. During our break we could either join a guided tour over the island or go snorkel. Two backpackers who did the boats trip the day before recommanded me to snorkel. The equipment could be rented for free, so there we go :) ...


Die Bucht zwischen dem Bootssteg und dieser Felsnase war wunderbar zum Schnorcheln. Unter dem Steg war zahlreiche, zum Teil unglaublich große Fische und in der Bucht habe ich einen blutroten zwei Hände großen Seestern gesehen. Um eine kleinen Qualle bin ich dagegen lieber rundrum geschwommen, hier weiß man nie ...

The bay between the pier and this rocknose was great to snorkel. Below the pier there were many, partly incredible huge fishes and in the bay itself I even saw a two hands big blood red seestar. However I rather avoided the little jelly fish that crossed my way, here you never know ...

Freitag, 9. März 2012

Wochenende in Esperance

:D Weil alle im Pub doch immer recht fix ihr Bier bekommen und die Kasse meistens stimmt, hab ich gleichmal das Wochenende freibekommen und eine Mitfahrgelegenheit genutzt für einen Ausflug nach Esperance an der Südwest-Küste Australiens. Nach 5 Stunden Autofahrt - für australische Verhältnisse sozusagen um die Ecke - durch Buschland und vorbei an ausgetrockneten Salzseen hab ich immer noch kein Känguruh gesehen aber dafür 2 Stunden am schönsten Hundestrand, den ich bisher kenne, auf das Öffnen des Hostels gewartet ... ;) Gleich danach wurde die Bootstour für morgen gebucht, einmal durchs Archipel (ca. 150 Inseln und Inselchen gibt es hier vor der Küste) zum vielgepriesenen Woody Island (waldige Insel). Dort gibt's Kaffee und Kuchen (jaaa, mit einundreißig, ich weiß ... :P ) und danach wird entweder gebadet oder mit einer Führung noch das Buschland erkundet und anschließend gehts wieder zurück nach Esperance. Mal sehen, ob ich morgen gleich ein paar Bilder hochladen kann.

:D As everybody in the pub gets his/her beer quite in time and also the tilt most often fits Margi and Derren (the owner of the pub) gave me the weekend off to take advantage of a lift to Esperance a local family offered me. Esperance is situated at the beautiful south western coast of Australia. After a 5 hours ride - round the corner the Australians would say - passing buschland and dried salt lakes I still haven't seen a kangoroo yet. But I spent 2 hours sitting on the most beautiful doggy beach I've seen so far, waiting for the hostel to open. I then booked my boot cruises for tomorrow morning, leading through the Archipel (there are about 150 islands and rock islands offshore here) to the highly recommanded Woody Island. After a little tee time there either swimming or a guided walk through the busch is on the schedule before we will be going back to Esperance. Let's see if I quickly can upload some pictures.


Donnerstag, 1. März 2012

Auf Jobsuche

In meinen ersten Tagen in Australien wollte ich erstmal nur ankommen, mich ein bisschen orientieren, alles auf mich wirken lassen und genießen. Im Hostel hatte ich Amalia und Elina kennengelernt, zwei Schwedinnen, mit denen ich ein paar lustige Stunden am South Beach und im Park verbrachte. Tomás aus Chile wurde ebenfalls ein guter Backpacker-Freund und mit John aus Irland unterhielt ich mich meist beim Abendessen über die Jobsuche, Jobs die viel Geld einbringen und die vielen Tricks der Backpacker - wer schreibt heutzutage noch einen "ehrlichen" Lebenslauf?! Um an einen (Backpacker-)Job zu kommen, muss man wohl schon ein paar Erfahrungen dazu erfinden.

Ich konnte mich immer noch nicht so recht entscheiden, ob ich in Fremantle bleiben oder nach Margaret River gehen sollte. Vor allem nach dem Segelabend und der Einladung wieder mitzusegeln viel mir die Entscheidung noch schwerer. Mein Kontostand machte nur eins unmissverständlich deutlich: Ein Job musste unbedingt her, zumal Australien wahrlich kein billiges Reiseland ist. Den Enthusiasmus vom Segeln noch im Herzen, machte ich mich am nächsten Tag auf die Jobsuche in Fremantle. Ich wollte mein Glück zunächst hier versuchen um dann ggf. ein paar Tage später gen Süden aufzubrechen. Allerdings machte ich mir keine Illusionen: zweimal so ein Glück hintereinander, wie mit dem spontanen Segelabend, das würde wohl nicht passieren. Als erstes musste ich natürlich meinen Lebenslauf schreiben. Aber tatsächlich: Welchen Barbetreiber, Hotelbesitzer oder Restaurantinhaber interessiert es schon, dass ich in Deutschland Kinderbücher produziert habe? Kann ich einen Drink mixen? Habe ich schon einmal gekellnert (ja, mal kurz als Studentin)? Habe ich das RSA-Zertifikat (RSA = responsible service of alcohol = Voraussetzung, um in Australien Alkohol ausschenken zu dürfen)? Das sind die wichtigeren Fragen. Ich entschied, meinen Lebenslauf eher wie ein Werbeplakat zu gestalten, packte die "unwichtigen" Ausbildungs- und Arbeitsstationen auf die untere Hälfte des A4-Blattes und verteilte ein paar markante Begriffe wie "reliable" und "hardworking" auf die obere Hälfte. Meine Hoffnung war, dass ich mich wenigstens in der Gestaltung ein bisschen von anderen Mitbewerbern unterschied, um vielleicht so im Stapel der hoffnungsvoll abgegebenen und zunächst desinteressiert abgelegten Lebensläufe in Erinnerung zu bleiben.

Mit den ausgedruckten Lebensläufen in der Hand zog ich gegen Mittag los und steuerte als erstes meine Favoriten an: Eine Bäckerei auf der Hauptstraße, ein paar Cafés etwas abseits und eine Bar, die ich mit John besucht hatte. Überall dasselbe, erwartete Resultat: "Leider benötigen wir im Moment niemanden, aber wenn du deinen Lebenslauf dabei hast, dann kannst du ihn hier lassen und wir rufen dich ggf. an". Die Absagen waren immer sehr freundlich, manchmal schien es den Leuten richtig leid zu tun, dass sie nicht weiterhelfen konnten und manch einer hatte sogar ein paar Tipps, wo ich es vielleicht noch versuchen könnte. Ein Abstecher in eine der zahlreichen Job-Agenturen brachte ebenfalls nichts Positives: Erfahrung wurde hier vorausgesetzt (und ich war - und bin es immer noch - zu ehrlich, um hier zu lügen). Am nächsten Tag dasselbe Spiel - losziehen, lächeln auch wenn man die x-te Absage bekommt und nicht an den schrumpfenden Geldbeutel denken. Die anderen Job-Agenturen in Fremantle stellten sich als von der Regierung finanziell unterstützt heraus und dürfen gar keine Backpacker in ihre Kartei aufnehmen. Ein Job schien tatsächlich mehr Glückssache zu sein, zumal zu diesem Zeitpunkt noch alle Studenten frei hatten und erst jetzt, Anfang März, wieder mit der Uni anfangen.

In der Zwischenzeit war es Samstag geworden. Ich saß gerade beim Frühstück und unterhielt mich mit Tomás, als ich eine SMS von Josh bekam: Ob ich Lust auf eine Runde Segeln hätte? Seine Freunde hätten zwar keine Zeit, aber es würde bestimmt lustig werden. KLAR! Um 11 Uhr holte er mich vom Hostel ab und kurze Zeit später setzten wir auch schon die Segel. Der Wind war genau richtig, nicht zu stark und nicht zu schwach und Josh schlug vor, nach Rottnest Island zu segeln. Das Beste: Ich durfte das Schiff die ganze Strecke steuern! Fast eineinhalb Stunden führte ich das Boot, fühlte, wie "sie" auf Wind und Wellen reagierte und unterhielt mich in der Zwischenzeit mit Josh über Gott und die Welt. Es mag nach nichts Großartigem klingen, ich bin ja auch schon ein paar mal in Kroatien mitgesegelt und für erfahrene Segler ist es vermutlich auch schon normal, aber für mich war es etwas ganz Besonderes dieses Schiff selbst zu steuern. Vielleicht, weil wir nur zu zweit auf dem Boot waren und Josh einem mit seiner gelassenen Art viel Vertrauen gibt, vielleicht weil die Bedingungen (Sonne und Wind) einfach klasse waren - ich kann es nicht wirklich sagen. Ich habe es jedenfalls genossen und mich unglaublich frei gefühlt.
Bei Rottnest angekommen, konnten wir leider keinen Ankerplatz finden. Die Uferbedingungen und die Wassertiefe bieten nur einige wenige Ankerplätze für Schiffe wie dieses und alle waren belegt. Da war nicht viel zu machen. Josh hatte wegen der Untiefen das Steuer übernommen und fuhr mit Motor. Wir kehrten also um und entschieden, einfach das Segeln noch ein bisschen zu genießen. Als Josh den Motor ausschaltete passierte es: Der Steuerknüppel für den Motor reagierte nicht mehr. Wir konnten zwar den Motor ohne Probleme ein und ausschalgen und auch den Steuerknüppel nach vorn und hinten bewegen, aber das Schiff reagierte nicht. Im Klartext: Kein Vorwärts- und Rückwärtsgang und somit keine Möglichkeit, dass Schiff im Hafen in die enge "Parklücke" zu manövrieren. Während der Autopilot steuerte und Josh nach dem Problem suchte, stand ich am Steuerknüppel und bewegte ihn vor und zurück damit Josh sehen konnte was, oder was eben nicht, reagierte. Nach kurzer Zeit war klar: Wir konnten das Problem nicht auf See lösen: das Schiff musste in die Werft. Nun wurde es spannend, zumindes für mich ;). Wir mussten also in den Hafen segeln und ohne Motor längs an einem langen Steg anlegen, der eigentlich zum Andocken beim Tanken gedacht ist. Hier zahlte sich Joshs Erfahrung und v.a. seine Ruhe besonders aus. Wir genossen tatsächlich einfach das Segeln bis kurz vor der Hafeneinfahrt, dann holten wir die Genua ein, refften das Hauptsegel und los gings: Josh war am Steuer, ich hing ein paar Fender an die Reeling (äh, wie waren die Knoten doch gleich noch mal?) und befestigte je ein Seil vorn und hinten am Schiff (gleiche Frage nochmal). Das vordere Seile musste ich anschließend zu Joshs Eltern auf dem Steg werfen, nachdem Josh kurz vorm Steg eine rasche 90° Wendung machte um das Schiff längs an den Steg zu bringen ohne ihn zu rammen. Beim ersten Versuch waren wir noch ein Stück zu weit entfernt, beim zweiten dann nah genug, dass ich das Seil werfen konnte. Es landete zum Glück tatsächlich direkt in den Händen von Joshs Vater und nun wurde das Schiff mehr oder weniger direkt an den Steg gezogen. Ein paar weitere Minuten später war alles OK, nur ein Fender hatte sich gelöst und wurde aus dem Wasser gefischt. Naja, es ist immer Raum fürs besser werden ... ;).
Ich fand das Ganze ziemlich spannend, Josh schien ein bisschen nervös, vielleicht aber auch eher "nur" hoch konzentriert und auf meine Frage an Joshs Mutter, ob sie nicht aufgeregt gewesen sei bekam ich die Antwort: "Nö, wir sind in der ganzen Karibik ohne Motor gesegelt und inzwischen ziemlich erfahren darin." Na dann ... :) Seine Eltern verabschiedeten sich und Josh und ich saßen noch eine Weile bei ein paar Bierchen auf dem Boot. Ich erzählte Josh von meiner Jobsuche und von meiner Idee, nach Margaret River zu fahren. Josh meinte plötzlich, er hätte einen Kumpel da unten, der mir vielleicht Arbeit besorgen könnte. Wir gingen noch auf eine Pizze ins Little Creatures und mit wieder etwas Hoffnung auf vielleicht doch bald einen Job war ich am frühen Abend zurück im Hostel.

Am Sonntag Abend entschied ich mich dann endlich, dass ich am Dienstag nach Margaret River fahren würde. Ich hatte doch noch eine günstige Unterkunft ausfindig gemacht, die jedoch etwas abseits gelegen war. Egal, es war billig und hatte vor allem freie Plätze unter der Woche. Am Wochenende war dort alles ausgebucht, dann belagerten die Surfer den Strand. Am Montag rief ich als erstes Josh an, ob er vielleicht bei seinem Kumpel mal nachfragen konnte. Das tat er prompt und kurz darauf kam die Antwort: Im Moment leider grad nichts. Kein Ding, dachte ich und fand es klasse, dass Josh es überhaupt probiert hatte. Ich reservierte darauf hin das Zimmer im Hostel und fuhr nach Perth, um mich über die Zugverbindungen zu informieren. Der Zug war nur wenig günstiger als der Bus, aber dafür würde er morgens abfahren und nicht erst spät Nachmittags. Ich kaufte also das Ticket und freute mich, dass nun alles organisiert war. Ein paar kanadische Backpacker hatten mir im Hostel von einer guten Job-Agentur gleich in der Nähe des Bahnhofes erzählt und da es erst kurz nach Mittag war schaute ich dort gleich noch vorbei. Der Andrang war ziemlich groß, ich wartete fast zwei Stunden und unterhielt mich diesmal mit einem französischen Radreisenden (ach ja ... ;) ). Ich wollte meine Chancen hier unbedingt nutzen da ich ja nicht wusste, ob es in Margaret River tatsächlich mit einem Job klappen würde. Nach zwei Stunden saß ich dann endlich einer etwas kurpulenteren Frau entgegen, die Herz und Mundwerk am richtigen Fleck hat. Sie hatte eine unglaublich sympatische Ausstrahlung und ich vertraute ihr sofort. Sie stellte mir ein paar Fragen, dann musterte sie mich plötzlich kurz und meinte daraufhin: "Ich glaube, ich habe einen Job für Dich." Ich hab vermutlich gegrinst wie ein Honigkuchenpferd :).
Tja, und drei Tage später saß ich im Bus nach Kondinin, ca. 300 km östlich von Perth. Nix mit mit Nord oder Süd, Meer, Strand oder Wellen. Im sogenannten südlichen Weizengürtel wurde dringend ein Barmädel für einen Countrypub gesucht. Mitten im Nirgendwo, in einer Stadt mit einem Krankenhaus aber weniger Einwohnern als mein Heimatdorf Kyhna, umgeben von Schaffarmen und Weizenfeldern zapfe ich jetzt Bier, mach sauber, zähle Geld und jage unsere Hausmaus. Der australische Dialekt bereitet mir immer noch Probleme, aber die Kerls und Mädels hier sind das scheints gewohnt und nehmen es mit Gelassenheit und Humor. Was hier so los ist und wie mein neuer Alltag so aussieht, gibts im nächsten Beitrag :). Und Bilder stell ich morgen gleich noch rein, jetzt muss ich erstmal fix in den Pub zur Übertragung des Rugby-Spiels, schließlich hab ich den Jungs versprochen, dass ich mir das mal mit anschaue ...


Die Hauptstraße in Freemantle. In dem Gebäude auf der anderen Straßenseite ist von Freitag bis Sonntag Markt mit guten Sonderangeboten am Sonntag Abend, bevor die Tore wieder für ein paar Tage schließen.

Fremantles' Main Street. From Friday to Sonday there is a market in the opposite building with great special offers on sonday evening, before the market closes its' doors for another 5 days.


Der Park liegt zwischen der Stadt und dem Meer und beheimatet ein paar große, wunderschöne Nadelbäume.

This park is situated between the town and the sea and is home of some big, beautiful needle trees.


Das Brauhaus "Little Creatures" mit angeschlossenem Biergarten.

The brewery "Little Creatures" also has a beergarden.


Am Hafen.

At the harbour.


Bon Scott, der Sänger von AC/DC, fand seine letzte Ruhestätte in Fremantle. Seine Statue steht direkt vor dem Fischereihafen.

The lead singer of AC/DC, Bon Scott, is interred at Frementle Cemetery. His statue is to be found just in front of the fishing boat harbour.


Eine der vielen "Futterbuden" am Hafen.

One of many fast food restaurants at the harbour.


Sonnenuntergang an meinem morgendlichen Badestrand.

Sunset over the beach where I used to swim at every morning (in the sea, of course, not the beach ... ;) ).


Unser Hauskatze im Pirates Backpackers.

The house cat at Pirates Backpackers.


Amalia und Elina am South Beach.

Amalia and Elina at South Beach.


Spaß im Wasser.

Fun in the water.


Schatten!!!

Shade!!!


Erinnert mich an den Offsetdruck, nur hier ist es andersrum: erst Öl, dann Wasser ... ;)

In offset printing the differentiation of printing and non printing parts is effected by preparing the printing plate in a way that oil (= colour) and water is either accepted or rejected. The plate is getting in contact first with a water based solution. All parts that should not print are accepting the water and later rejecting the oil based colours. The parts that actually should print are not acception the water and so the colours are sticking there. This image reminds me of that principle ;), only here it's the other way round: first oil, than water ... :)

Montag, 20. Februar 2012

Abenteuer in DownUnder

Ihr Lieben :)

Der Blog hat sich ganz arg vereinsamt gefühlt und ich hab mich entschieden, ihn nun endlich mal wieder mit etwas Leben zu befüllen.

Ich hab ja noch das eine oder ander aus Indien und der Türkei zu berichten, aber jetzt sitz ich grad so schön um halb zehn Uhr Abends bei über 30 Grad auf unserem Balkon vorm Hostelzimmer und genieße die frische Brise, die ab und an mal ihren Weg hierher findet, die Moskitos verjagt und die Haut erschauert. Von unten vorn und rechts trällert mir Musik entgegen, der Rythmus unseres Hostel-Sambas übertönt ein bisschen den leichten Jazz aus der Bar nebenan und die "jungen Hüpfer", oder "Kleinen" - wie Uli immer so schön sagt - da unten genießen Pool(billiard) und Party :). Ich "Große" hab grad mit der Judith geskypt und wahrscheinlich Muttergefühle abbekommen und mag mich jetzt erstmal ein bisschen um den vereinsamten Blog kümmern ... ;)

In 10 Tagen kann so unglaublich viel passieren, dass man gar nicht weiß wo anfangen. Ich bin jetzt also auf der anderen Seite der Welt, da wo's warm ist und man morgens vorm Frühstück im Ozean baden kann :). Nachdem das Salzwasser aus den Haaren geduscht ist geht es auch schon flugs runter in die Küche, wo ein paar müde oder muntere (je nachdem) "Good morning"s durch den Raum flattern und dann strömt der Duft des halb verbrannten Ciabattas (das Brot ist selbst zweigeteilt etwas zu dick für den Toaster) durch den Raum und schnell wird die Orangenmarmelade ausgepackt und dick drauf gestrichen. Dazu gibt's einen Passionsfrucht-Jogurth und Tee mit Milch :). Gegessen wird im kleinen Hinterhof, der urgemütlich mit diversen Tischen, Stühlen und Couchen aufwartet und in dem Donnerstags der weltbeste australische Barbecue-Meister seine Künste zeigt. Die Blumentöpfe werden vom Grill geräumt und Vaugahn, der Hostelbesitzer, brät was auch immer ihm der hungrige Backpacker vor die Nase hält. Es zischelt und duftet und alles mampft mit vollen Backen. Die Musik läuft, es wird Billard gespielt und wem der Trubel zu viel wird der verzieht sich ins Videozimmer. Alles in allem also total nett hier.

"Hier" ist übrigens das Pirates Backpackers in Fremantle, ein quirliger Ort ca. 10km südlich von Perth. Hier gibt es Bars ohne Ende und für jeden Geschmack, Pubs, Restaurants, kleine Cafés mit vegetarischen Snacks, große Brauereien mit angeschlossenem Biergarten - die ungewöhnlichste Aussicht kann man im "little creatures" genießen, wenn man sich mit seinem Bier an einen tresenartigen Tisch setzt, hochguckt und plötzlich einen Sandkasten mit 10-12 Kindern drin vor der Nase hat :) - einem Gefängnis zum Anschauen, dem wunderschönen SouthBeach und, und, und ... Die Einwohner sind freundich, herzlich, offen und der Ort selbst ist ein Sammelsurium der normalsten und seltsamsten Gestalten, kreativ, kommunikativ, karikativ (Freiwilligenarbeit wird großgeschrieben - vertreibt allerdings auch den einen oder anderen Job).

Ich bin vor ca. 10 Tagen mit dem Flugzeug aus der Türkei angekommen, hab mir in einem zweistündigen Aufenthalt in Kuala Lumpur den Regenwald auf dem Flughafen angeschaut und bin dann pünktlich nach insgesamt 18 Stunden Reisezeit (von Istanbul) in Perth gelandet. Susan, die ich über Couchsurfing angeschrieben hatte, war so lieb mich vom Flughafen abzuholen und nach Fremantle zu fahren, wo ich für die ersten drei Nächte - ebenfalls über Couchsurfing - bei John untergekommen bin. Bis John von Arbeit kam hat mich Susan schon mal rumgeführt und mich dann auch zu ihm gefahren. John ist ein Unikat, sein aktuelles Motto lautet "to convince people that it is OK to look like a disfunctional grasshopper" und genau so ist er auch drauf. Wir hatten eine Menge Spaß, haben zusammen die Eröffnungsfeier des Perth Festivals angeschaut, bei dem Akrobaten an Drahtseilen Tonnen von Federn aus der Luft auf die begeisterten Zuschauer unten haben schneien lassen. Der Trubel war unglaublich, die Straße war voll von Menschen, die mit Federn um sich geworfen haben, im "Federschnee" saßen oder sogar lagen und "Federschnee"-Engel auf die Straße "malten". An jeder Ecke war ein anderer Straßenkünstler und im Szene-Viertel Northbridge öffnete das Fringe-Festival die Bier- und Musikschleusen. Übrigens geht der Australier bzw. die Australierin hier schick angezogen aus. Nix mit Jeans und Schlabber-TShirt. Für die Herren ist festes Schuhwerk Voraussetzung für den Eintritt zu Veranstaltungen, auch OpenAir (!), und die Damen oder Mädels gehen im hübschen Kleid. Dazu muss gesagt werden, dass es nicht unbedingt aufgetakelt wirkt, es müssen nicht mal Stöckelschuhe sein und die Figur spielt auch keine so große Rolle. Ich kam mir ziemlich "underdresst" vor, hatte aber trotzdem eine Menge Spaß. John hat mir dann auch noch zwei der interessantesten sympatisch-schäbischen Bars in Freemantle gezeigt, in denen jeweils klasse LiveMusic gespielt und natürlich eine Menge getrunken wurde. Endlich konnte ich auch wieder einen guten Cider genießen :).

Bei einem anderen Live Konzert (diesmal etwas sittsamer in Fremantles Kunst-Zentrum) habe ich dann eine weitere sehr nette Bekanntschaft gemacht. Caroline hat genau wie ich auf ihren bestellten Snack gewartet und so sind wir ein bisschen ins Gespräch gekommen. Obwohl wir nicht so ganz dasselbe Alter haben (Caroline könnte meine Mutter sein), haben wir uns auf Anhieb wunderbar verstanden. So gut, dass Caroline mich spontan eingeladen hat, doch irgendwann die Woche mal zu ihr und ihrem Mann zum Abendessen zu kommen. Telefonnummern wurden ausgetauscht und später am Abend rief sie mich an und fragte, ob mir Dienstag oder Mittwoch besser passen würde. Sie war ganz aufgeregt, weil sie so etwas noch nie gemacht hat - jemand Fremdes einfach so einzuladen - und auch weil sie mir versichern wollte, dass die beiden auch ganz bestimmt keine junge-Frauen-haschenden Gangster sind. Da die beiden im Norden von Perth wohnen, hat sie mich am Dienstag mit ihrem Auto in Fremantle abgeholt und es wurde ein unglaublich toller Abend. Caroline und ihr Mann Kevin stammen beide ursprünglich aus Großbritannien, sind als Jugendliche damals noch mit dem Schiff nach Australien gekommen und haben mittlerweile ihre beiden Söhne hier großgezogen. Sie reisen gern und waren in ein paar spektakulären Gegenden (u.a. im Karakorum) und so hatten wir eine Menge zu erzählen. Es wurde überhaupt nicht langweilig und als mich die beiden dann später am Abend nach einem leckeren Barbecue und ein paar Gläsern Wein wieder "nach Hause" gebracht hatten war klar, dass wir im Kontakt bleiben.

Das nächste tolle Ereignis ließ nicht lange auf sich warten: Immer noch unsicher, ob ich in Fremantle bleiben oder doch Richtung Süden nach Margaret River in die Weinberge gehen sollte, habe ich mich am Mittwoch zu meinen ersten Schritten in der Jobsuche aufgemacht. Mir war noch nicht nach Cafés und Restaurants ablaufen und den Lebenslauf abgeben (den ich zu dem Zeitpunkt auch noch gar nicht geschrieben hatte); ich wollte etwas Spannenderes erleben und bin losgezogen, um mich im Hafen kundig zu machen, ob und wie man an einen Job als Deckhand auf einem Segelboot kommt. "Job" ist natürlich etwas übertrieben, "mitsegeln-helfen-und-lernen-wie-das-geht" passt da besser ;). Ein Segelmacher brachte mich auf den "Fremantla Sailing Club", an dessen Rezeption mich eine junge Dame freundlich aber bestimmt abwies (wahrscheinlich war ich wieder mal nicht gut genug gekleidet), aber zumindest gab sie mir eine Internet-Adresse, die sich später jedoch als ziemlich irrelevant herausstellte. Wieder draußen auf den Parkplatz wollte ich schon aufgeben, als ein junger Typ im Auto ankam und irgendwie sehr nach Segler aussah (fragt mich jetzt nicht, wie ein Segler aussieht - es ist wahrscheinlich nur sehr wahrscheinlich dass jemand, der dort im Jeep auf dem Parkplatz ankommt, ein Segler ist). Ich setzte auf einen letzten Versuch und hatte unglaubliches Glück. Josh, der tatsächlich Segler ist, konnte mir zwar mit dem Deckhand-Job nicht weiterhelfen, meinte aber dafür: "Wir fahren gleich raus, wenn du magst, komm doch mit." Da sag ich doch nicht nein!!! Für eine Sekunde war ich mir unsicher, wer "wir" ist und ob ich mit einer Horde trunkender junger Raufbolde auf einem Schiff landen würde. Aber dann erzählte Josh vom Boot seiner Eltern und von der gleich stattfinden Regatta, bei der auch Freunde der Familie mit auf dem Boot wären. Wir waren insgesamt ca. 12 Personen, die meisten, v.a. die Frauen, ohne große Segelerfahrung. Aber das war kein Problem: Joshs Eltern hatten das Boot in Greifswald :) gekauft und sind dann gleich mal ein paar Monate bis nach Amerika gesegelt. Und Josh selbst war eine zeitlang professioneller Regatta-Segler und später TeamInstructor ... Erfahrung genug also. In der Aufregung einer Regatta bleibt natürlich nicht so viel Zeit fürs Zeigen und Erklären. Mein Einsatz an Bord beschränkte sich daher zunächst aufs Zuschauen, Zuhören, Verstehen (!) und englische Segelbegriffe einprägen und natürlich hier und da mal mit anpacken, wenn es sich ergab. Die Faszination des Segelns ist schwer zu beschreiben, mir rauschte das Adrenalin nur so durch die Adern und der unglaubliche Sonnenuntergang bei der Einfahrt zurück in den Hafen war der perfekte Abschluß für dieses großartige Erlebnis. Zum Abschluß saßen wir noch ein bisschen beisammen und ich war ein weiteres Mal berührt von der lockeren, freundlichen Art der Australier.

Nun ist es mittlerweile kurz nach 11 Uhr Abends, die Hostelmusik hat zu britischem Rock gewechselt und die Bar nebenan ihren Tresen für heute geschlossen. Die einzige Konkurrenz für die grad spielenden Beatles ist nun eine kleine Grille, die aufgeregt und wirkungsvoll laut vor sich hinzirpt. Ich werde jetzt noch einen Abstecher ins Badezimmer machen und mich dann ins Zimmer schleichen. Warum mein zweiter Segelausflug besonders spannend wurde und welchen Job ich heute tatsächlich ergattert habe erzähle ich Euch im nächsten Beitrag. Guads Nächtle! :)


Um mal grob zu zeigen, wo ich bin.
To have an idea as where I am.


Federn fallen wie Schnee vom Himmel.
Feathers falling like snow.


Ein dicker Engel :)
A thickly angel :)


Begeisterte Zuschauer
enthused aussies


ein gefakter Schnee-Engel
a fake Snow-Angel


Einer der Straßenkünstler mit selbstgebautem Didgeridoo-Kunstwerk-Musikinstrument
One of the street artists with selfmade Didgeridoo-Art-musical-instrument


Blick vom Kings Park auf Perth bei Nacht
View from Kings Parc to Perth at nighttime


Immer noch im Kings Park :)
Still in Kings Parc :)